Ballertasche

Von der eiszeitlichen Kiesablagerung zum vielfältigen Lebensraum

Das 47ha große Schutzgebiet Ballertasche umfasst eine ehemalige Kiesgrube, einen naturnahen Buchenwald und eine landwirtschaftlich genutzte Fläche in der Weseraue bei Gimte. Durch den Kiesabbau entstand ein vielfältiges Mosaik aus Still- und Kleingewässern in unterschiedlichen Sukzessionsstadien. 

Um 1549 hieß das Gebiet „Balgertasche“ (Balge = Wanne in der Flur, nahe einem Fluss oder Bach, die bei hohem Wasser vollläuft; Tasche = Sack, charakterisiert die Form der Landschaft). So lassen sich die Kiesablagerungen mit zusammen geschwemmten Tierresten wie Knochen vom Bison, Pelznashörnern und Mammuts über Jahrtausende hinweg erklären.

Die Kiesablagerungen hier entstanden in der letzten Eiszeit und bedecken an der Weser eine Fläche von rund 50 Hektar. Dieser begehrte Rohstoff der Bauindustrie wurde seit 1952 abgebaut.

Heute ist das Naturschutzgebiet der künstlichen Seelandschaft wichtiger Lebensraum im Naturpark Münden, unter anderem gibt es 126 Vogel- und 27 Libellenarten. Besonders wichtig ist das Gebiet für streng geschützte Amphibienarten wie Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Geburtshelferkröte, die auf vegetationsarme Kleingewässer angewiesen sind. Die abwechslungsreiche Landschaft bietet zudem Lebensraum für weitere seltene Tier- und Pflanzenarten.

Das Naturschutzgebiet ist nicht durch Wege erschlossen und somit für Besucher nicht zugänglich!